23. – 34. Schwangerschaftswoche – es ist so viel passiert

Wer mich auf Instagram verfolgt der weiss, dass ich im Moment zu Hause liegen muss. Genau dazu möchte ich jetzt einen Blogbeitrag schreiben. Wieso? 1. Ist mir ziemlich langweilig, 2. möchte ich damit meine Erlebnisse verarbeiten und 3. kann ich vielleicht einer anderen werdenden Mama etwas Mut geben.

23. – 29. Schwangerschaftswoche

Ich bin seit der 21. Schwangerschaftswoche krank geschrieben und das wird sich wahrscheinlich auch nicht mehr ändern. Mir ging es sehr gut und die ganze Lage hatte sich zum Glück wieder stabilisiert. Das Einzige was mich extrem gestört hat, waren die ständigen Blasenentzündungen. Egal wie viel ich getrunken habe oder was für Medikamente ich genommen habe, es hat einfach nichts genützt!

Ab der 27. Schwangerschaftswoche ging es mir dann leider nicht mehr so gut. Ich hatte Herzrasen, mir war ständig heiss, schwindelig und ich fühlte mich einfach nicht besonders gut. Ich schob alles auf ein wenig Überanstrengung und versuchte mich wieder mehr zu schonen. Bei den regelmässigen Kontrollen war immer alles gut, auch meine Blutwerte waren super, also machte ich mir keine Sorgen.

In der 29. Schwangerschaftswoche wurde mir plötzlich so übel und ich hatte richtige Bauch- und Magenkrämpfe. Ich wusste genau, dass es sich nur um eine Magen-Darm-Geschichte handelt. Das es meinem Baby nicht gut gehen- oder ich Wehen haben könnte, daran habe ich überhaupt nicht gedacht. Trotzdem rief ich im Krankenhaus an und wollte kurz vorbeikommen um einfach sicherzugehen, das mit dem Kleinen alles in Ordnung ist.

Im Krankenhaus angekommen wurde gleich ein CTG gemacht. (Beim CTG werden die Herztöne des Babys und die Wehentätigkeit gemessen) Ich kann mich nicht mehr genau an alles erinnern weil mir in diesem Moment so schlecht war, aber ich bin davon überzeugt das ich keine Wehen hatte.

Nach dem CTG musste ich dann in den Untersuchungsraum und wurde gynäkologisch Untersucht. Dem Baby ging es super, nur der Mama leider nicht so. 😉 Der Untersuch war einfach nur Horror! Nebst den Krämpfen war die Ärztin so grob, dass ich nach der Untersuchung sogar geblutet habe. Sie sagte mir dann auch ich habe eine extrem verkürzten Gebärmutterhals (10Millimeter), Wehen und die Fruchtblase schaut schon raus. Das alles quittierte sie aber mit einem „vielleicht“ und „ich bin mir nicht ganz sicher“. Genau wusste sie es also auch nicht. Ich war mit der Situation völlig überfordert, vor allem auch weil ich alleine war. Mein Freund war in Indien auf Geschäftsreise und meine Mama packte zu Hause meine Sachen zusammen und kümmerte sich um Laila.

Im Enddefekt bekam ich dann eine Infusion mit Wehenhemmer und die Lungenreife gespritzt. Mir war das alles zu viel, denn ich war und bin immer noch davon überzeugt, dass ich keine Wehen hatte! Wer schon einmal eine richtige Magen-Darm-Grippe hatte, der weiss dass sich der komplette Bauch- und Magenbreich zusammenzieht. Jetzt bin ich aber froh, dass ich die Lungenreife erhalten habe. Wenn mein Baby zu früh auf die Welt kommt, dann hat er wenigstens einen optimalen Start ins Leben. Der Wehenhemmer hat es ziemlich in sich. Mir wurde heiss und mein ganzer Körper zitterte. Das ganze drei Tage lang! Danach wurde auf Tabletten umgestellt und der Zugang wurde endlich rausgenommen.

In der ersten Klinik war ich 5 Tage. Dies ist die Klinik, in der ich auch Gebären wollte. Ich wurde aber so schlecht behandelt, dass ich mir das ganze noch einmal durch den Kopf gehen lassen werde. Am Mittwoch wurde ich stationär aufgenommen, am Freitag sagte man mir dass ich am Montag nach Hause könne, weil das CTG absolut KEINE Wehen anzeigte. Montags freute ich mich dann schon riesig, aber die Ärzte lachten nur als ich fragte ob ich nun nach Hause könne und sagten bis zur 35. Woche müsse ich bleiben. Ganze 5 Wochen! Ich bin ganz ehrlich, ich bin ausgerastet. Ich habe geweint und auf einen weiteren Untersuch bestanden. Der Gebärmutterhals hat sich nicht verlängert, aber auch nicht verkürzt, also ein gutes Zeichen. Trotzdem durfte ich nicht nach Hause. An diesem Tag habe ich viel geweint und die Ärzte sagten mir nur ich solle mich zusammenreissen und nicht so Selbstsüchtig sein. Meinem Kind ging es super, ich hatte keine Wehen und wohne 5 Minuten von der Klinik entfernt. Bin ich Selbstsüchtig, nur weil ich nach Hause möchte? Weil ich mich zu Hause besser ausruhen kann? Ich glaube nicht.

Nachmittags kam dann die Ärztin noch einmal und sagte mir knallhart, dass ich in der nächsten Stunde in eine Frühgeburtsklinik verlegt werde. Der Schock sass tief. Ich wurde also mit dem Krankenwagen nach St.Gallen verlegt und musste die ganzen Untersuchungen wieder über mich ergehen lassen. Zum Glück war dieses mal mein Freund dabei und die Ärzte und Hebammen waren sehr freundlich und vorsichtig. Im CTG wurden leichte Wehen festgestellt, der Grund war aber die Aufregung und mein psychischer Zustand. Die Ärzte in dieser Klinik waren aber viel entspannter. Eine Geburt war noch nicht im Gange und so sagte man mir, dass ich nur wenige Wochen bleiben muss. Im Enddefekt musste ich mich einfach von der 1. Klinik erholen.

Die Nacht musste ich im Kreisssaal verbringen, am nächsten Morgen wurde ich dann ins Zimmer verlegt. Mir ging es Tagelang nicht so gut und ich muss auch wirklich Schrecklich ausgesehen haben. Ich fiel in eine kleine Depression und wollte mit der ganzen Schwangerschaft nichts mehr zu tun haben. Die Hebammen kümmerten sich aber sehr gut um mich und auch meine Zimmernachbarin war sehr nett. Mit ihr habe ich sogar jetzt noch Kontakt!

Täglich wurde CTG geschrieben und von Wehen keine Spur! In der 31. Schwangerschaftswoche wurde ich dann noch einmal untersucht und ein Frühgeburtstest wurde gemacht. Wenn dieser negativ ist, steht in den nächsten 14 Tage keine Geburt an. Leider war mein Test positiv. Ich durfte also nicht nach Hause. Ich bin überzeugt davon, dass der Test nicht richtig war. Ich muss nämlich jeden Abend Utrogestan nehmen und diese Tablette verfälscht das Ergebnis. Da ich am Vorabend nicht wusste, dass ich eine Untersuchung habe, habe ich das Medikament eingenommen. Ich sprach die Ärzte darauf an, aber das Thema wurde ganz schnell unter den Tisch gekehrt und ein 2. Test wurde erst in 10 Tagen gemacht. Ich lag also noch einmal 10 Tage ohne Wehen im Krankenhaus und langweilte mich. Der 2. Test war dann negativ. Ich habe das Utrogestan zwei Abende weggelassen und hatte dann selbst den Beweis, das meine Vermutung richtig war.

In der 32. Woche durfte ich dann endlich nach Hause! Obwohl mir immer wieder gesagt wurde, dass der Kleine sich bald auf den Weg macht, bin ich immer noch schwanger. Ich bin jetzt bei 33+3. Bis 34+0 muss ich jetzt noch durchhalten, dann dürfte der Kleine theoretisch kommen. Natürlich ist jeder Tag in Mamas Bauch ein Geschenk, aber der Kleine ist fit, gesund und bereit für ein Leben ausserhalb von Mamas Bauch.

Mit diesem Blogbeitrag möchte ich allen werdenden Mamas die mit vorzeitigen Wehen oder einem Frühgeburtsrisiko zu kämpfen haben, Mut machen. Ihr schafft das! Auch wenn die Ärzte euch sagen, dass euer Baby eine starke Frühgeburt wird, muss es nicht automatisch so kommen! Hört auf euer Bauchgefühl und vertraut in erster Linie euch selber. Es wird alles gut! Unsere Kleinen sind Kämpfer und sie schaffen das! Wenn ihr in eine kleine Depression verfällt, ist das ganz normal. Sprecht mit jemandem darüber und versucht trotz allem die Bindung zu eurem Baby zu stärken. Mir ist es die ersten Tage im Krankenhaus sehr schwer gefallen, mit meinem Baby zu sprechen. Aber auch das hat sich nach ein paar Tagen wieder gelegt. Jetzt freue ich mich mehr denn je auf unseren kleinen Kämpfer!

Ich habe mich von dem ganzen Drama wieder recht gut erholt. Anfangs hatte ich noch richtige Albträume und wusste in der Nacht oft nicht wo ich war. Einmal habe ich sogar meinen Freund fast aus dem Bett gestossen, weil ich immer noch glaubte im Krankenhaus zu sein und da ist man ja bekanntlich alleine im Bett. 😉 Das hat sich aber mittlerweile wieder gelegt, die Angst vor Krankenhäusern wird aber nicht mehr weggehen.

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33. Schwangerschaftswoche, ich war so glücklich Weihnachten zu Hause verbringen zu dürfen

 

 

 

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